Zum Abschluss seines Studiums der Architektur bei Otto Wagner an der Wiener Akademie wurde Josef Hoffmann mit dem Rom-Preis ausgezeichnet. Die kubische klare Architektur italienischer Landhäuser war dann auch der erste bedeutende Einfluss, der das Werk Hoffmanns prägte. Wichtig war ihm das unbedingte Streben nach gestalterischer Einheit und handwerklicher Qualität. Dies führte einerseits dazu, dass Josef Hoffmann bei seinen wichtigsten Architektur-Projekten gleich auch die Inneneinrichtung mitentwarf und diese andererseits auch noch in der von ihm und einigen Mitstreitern begründeten "Wiener Werkstätten" in eigener Regie produzierte.
Hoffmanns Möbel waren geprägt von klaren, oft kubischen Elementen und geometrischen Ornamenten, wie sie auch in seinem architektonisches Schaffen dominieren. Von seinen Bauten sind besonders erwähnenswert die Privathäuser, wie er sie für seinen Kollegen Kolo Moser, den Brüsseler Bankier Adolphe Stoclet (Palais Stoclet), den Wiener Schriftsteller Beer-Hofmann oder den Maler Ferdinand Hodler in Genf baute, aber auch das Sanatorium Purkersdorf, Ausstellungspavillons in Venedig und Rom oder das Café Graben in Wien.
Neben seiner praktischen Arbeit als Architekt und Designer unterrichtete Josef Hoffmann von 1899 bis 1936 an der Kunstgewerbeschule in Wien. Als er 1956 starb, war er längst als einer der Väter der modernen Möbelklassik in die Kunstgeschichte eingegangen.