Le Corbusier wurde als Charles-Edouard Jeanneret, Sohn eines Designers und einer Musiklehrerin, geboren. Der Vierzehnjährige macht eine Ausbildung als Graveur, Maler und Goldschmied an der Ècole d'Art seiner Heimatstadt bevor er 1904 beginnt, an der selben Schule Architektur zu studieren.
Mit 18 baute er sein erstes Haus.
1907 begannen Le Corbusiers Wanderjahre. Er arbeitete u.a. in Berlin, Dresden und Wien, wo er in Ateliers wie denen von Hoffmann, Garnier, Behrens und Loos tätig ist. In Paris arbeitete Le Corbusier, damals noch Charles Jeanneret, im Architekturbüro Perret.1917 liess sich Le Corbusier in Paris nieder.
Ab 1919 gab er, der von nun an das Pseudonym "Le Corbusier", nach einem seiner Vorfahren verwendete, die Zeitschrift "L'Esprit Nouveau" heraus. Diese Plattform nutzte er zur Veröffentlichung seiner teilweise radikalen städteplanerischen Ideen. Sein Konzept der "Strahlenden Stadt" wird weltweit diskutiert. U.a. Schlägt er hier die Trennung von Fussgänger- und Autoverkehr vor. Als Architekt ist Le Corbusier Funktionalist ohne die künstlerische Komponente zu vernachlässigen. Er nahm an Ausstellungen im Bauhaus teil und stand in regem Austausch mit Architekten wie Walter Gropius und Bruno Taut.
Seine kurze aber sehr erfolgreiche Phase als Möbeldesigner beschränkt sich im Wesentlichen auf die Jahre 1928 -29. Am Salon d'autumn 1929 in Paris präsentierte er seine, längst zu modernen Möbelklassikern gewordenen, Entwürfe der Liege LC4 (chaiselongue), des Sessels LC1, als Basculant bekannt, und den, als Sessel des Jahrhunderts apostrohierten, Grand Confort LC2 zusammen mit verschiedenen Tischen.
Mittlerweile war Le Corbusier als Städteplaner weltweit tätig. Bei seinem Entwurf für das Bildungsministerium in Rio de Janeiro verwendete er erstmals Sonnenschutzelemente als Mittel der Gestaltung und leitete damit eine neue Entwicklung ein. 1943 kehrte Le Corbusier, der mit der von den Nazis eingesetzten Vichy-Regierung sympathisierte, nach Frankreich zurück und gründete die "Assemblée des Constructeurs por une Rénovation Architecturale", um zusammen mit jungen Architekten nach Kriegsende den Wiederaufbau zu gestalten.
Nach Kriegsende ist eine deutliche Wende im Schaffen von Le Corbusier zu bemerken. Werke wie die Unité d'habitation in Marseilles, das Carpenter Center der Harvard University und insbesondere die Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp im französischen Jura tragen eine deutlich individualistisch bildhauerische Handschrift. - Das gesamte architektonische Schaffen Le Corbusier wird von einem recht umfangreichen malerischen Werk begleitet. 1965 ertrinkt Charles Edouard Jeanneret, genannt Le Corbusier, in der Nähe von Cap Martin nicht weit von Nizza beim Baden.