Als Achtzehnjähriger begann Marcel Breuer sein Studium der Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien wechselte aber bald für eine Tischlerlehre nach Dessau an das Bauhaus. Von 1925 bis 1928 leitete er die Tischlerei des Bauhauses. In dieser Zeit entstehen die ersten Stahlrohrstühle und auch die beiden populärsten Möbelkreationen Breuers, der Wassily-Sessel B3, den er für Wassily Kandinskys Wohnung entwarf und die Laccio Tische, die zuerst Verwendung als Hocker in der Bauhaus Kantine fanden, eh sie als Tische zu Klassikern des modernen Möbeldesigns wurden. In dieser Zeit hat Marcel Breuer auch verschiedene Meisterwohnungen für die Bauhäusler ausgestattet und entwarf die Wohnungseinrichtung für den Regisseur Erwin Piscator.
Nach der Bauhauszeit führte er sein eigenes Architekturbüro in Berlin und emigrierte 1935 nach London, wo er bis 1937 als Architekt tätig war. In diese Zeit fällt sein wegweisender "Entwurf für ein Stadtzentrum der Zukunft". 1937 folgt Breuer dem Ruf als Professor für Architektur an die Harvard University, Cambridge,Mass./USA. Zugleich führt er mit Walter Gropius ein Architekturbüro. 1946 eröffnet Marcel Breuer ein Architekturbüro in New York. Sein ständig wachsender Erfolg veranlasst ihn 1956 zur Gründung der Architekturfirma Marcel Breuer and Associates in der u.a. Beckhardt, R.F. Gatje und H. Smith tätig waren.
Neben zahlreichen Wohnbauten, Schulkomplexen und Bürogebäuden verwirklichte Marcel Breuer in dieser Zeit grosse exemplarische Projekte, wie das Unesco Gebäude in Paris, das Kaufhaus "De Bijenkorf" in Rotterdam und das Botschaftsgebäude der USA in den Haag, das Whitney Museum of American Art in New York und den Sportpark in Flushig Meadows (New York), in dem jährlich die US-Open Tennismeisterschaft stattfindet.
Als Architekt wird Marcel Breuer den Funktionalisten zugerechnet. Wobei jedoch zu beachten ist, dass er nie einseitig rationalistisch orientiert war, sondern seine Betonbauten wie Skulpturen durchformte. Seine Bauten sind, zwar auf Gebrauchstüchtigkeit hin angelegt, dennoch von bildhafter Schönheit.