Eileen Gray

*1878 Brownswood bei Enniscorthy - +1976 Paris

Die Grande Dame unter den Designern der klassischen Modern war Eileen Gray. Als sie 1902 aus der provinziellen Enge der irischen Grafschaft Wexford, weg von ihrer reichen aristokratischen Familie, nach Paris zieht, findet sie im damaligen Eldorado der bildenden Künste, in der Bohème der französischen Metropole, jene Umgebung in der ihre Kreativität sich entfalten kann. Diese hohe Kreativität gepaart mit einer gewissen Leichtigkeit und Grandezza unterscheidet die Arbeiten Grays von der Strenge und Rationalität der anderen grossen Designer ihrer Zeit.

Bei dem japanischen Meister Sougawara lernte sie die Lackkunst und erregte anlässlich ihrer ersten Ausstellung die Aufmerksamkeit des Sammlers Jaques Doucet, der ihr erster wichtiger Förderer wird. Die Zeit des Ersten Weltkrieges verbringt sie mit Sougawara in London.

Ab 1919 beginnt Eileen Gray sich einen Namen als Inneneinrichterin zu machen. Ihre ersten, später zu Klassikern des modernen Möbeldesign gewordenen Möbel entstanden: 1924 das Sofa "Lota", 1925 das "Daybed", ihr berühmtestes Möbel der "Adjustable Table E1027" datiert auf 1927 wie auch der "Roquebrune" Stuhl und der "Bibendum" Sessel auf 1929.

In den Zwanziger Jahren beginnt sie, sich für Architektur zu begeistern und konzipiert ermuntert von Zeitgenossen wie Le Corbusier,Walter Gropius und den Mitgliedern der holländischen Avantgardistengruppe "De Stijl" ihr erstes Haus. 1929 wird ihr Haus Roquebrune fertig, dem 1932-34 Tempe a Pailla Grays zweites Haus folgte. Ab etwa 1937 zieht sie sich mehr und mehr vom Kunstbetrieb zurück und gerät etwas in Vergessenheit. Dies ändert sich schlagartig als 1972 Möbelstücke aus dem Nachlass Doucets versteigert werden. Bald darauf findet die erste grosse Retrospektive ihres Werkes in der Londoner R.I.B.A.s Heinz Gallery statt.